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Diskussion um Minijobs: Seniorenrat Brandenburg fordert differenzierte Lösungen

Anlässlich einer Anfrage des Nordkuriers zur aktuellen Diskussion über eine mögliche Abschaffung beziehungsweise Veränderung der Minijobs hat der Seniorenrat des Landes Brandenburg e. V. Stellung bezogen. Teile der Position des Seniorenrates sind bereits in der Berichterstattung des Nordkuriers aufgegriffen worden. Mit dieser Pressemitteilung möchten wir unsere Sicht auf die Diskussion noch einmal zusammenhängend darstellen.

 

Die geplante Abschaffung der Minijobs wird bei Seniorinnen und Senioren zwiespältig gesehen. Viele ältere Menschen arbeiten in Minijobs, um steigende Lebenshaltungskosten auszugleichen oder sich finanzielle Freiräume zu schaffen – beispielsweise, um wieder häufiger ins Kino gehen oder den Enkelkindern etwas zustecken zu können. Andere nehmen einen Minijob auf, weil sie weiterhin aktiv sein und unter Menschen kommen möchten.

 

Typische Tätigkeitsfelder älterer Minijobberinnen und Minijobber finden sich im Einzelhandel, in der Gastronomie und im Handwerk, aber auch in Vereinen und sozialen Einrichtungen. Gerade dort wird häufig versucht, mit begrenzten finanziellen Mitteln und dem Engagement älterer Menschen gesellschaftliche Teilhabe und Angebote aufrechtzuerhalten.

 

Über viele Jahre haben beide Seiten – Arbeitgeber und Arbeitnehmer, darunter viele ältere Menschen – von den flexiblen und günstigen Regelungen profitiert. Für Arbeitnehmer gilt beim Minijob bislang grundsätzlich „Brutto gleich Netto“, sofern sie sich von der Rentenversicherungspflicht befreien lassen. Für Rentnerinnen und Rentner haben sich Minijobs deshalb als unkomplizierte Möglichkeit erwiesen, mit vergleichsweise geringem zeitlichem Aufwand einer Beschäftigung nachzugehen.

Der Seniorenrat sieht jedoch ebenso die Schattenseiten der Minijobs. Prekäre Beschäftigungsverhältnisse können sich dadurch verfestigen, reguläre Arbeitsverhältnisse wurden teilweise in Minijobs aufgesplittet. Dies kann die Alterssicherung von Beschäftigten beeinträchtigen und Altersarmut begünstigen.

 

Eine Alternative kann die bereits in diesem Jahr eingeführte Aktivrente für reguläre sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse beziehungsweise Midijobs sein. Sie ermöglicht ab Erreichen der gesetzlichen Regelaltersgrenze einen Steuerfreibetrag von bis zu 2.000 Euro monatlich. Dieser muss allerdings im Nachgang über die Einkommensteuererklärung geltend gemacht werden.

 

Besonders hart könnte eine Abschaffung der Minijobs beziehungsweise eine verpflichtende Rentenversicherungspflicht Menschen mit einer Erwerbsminderungsrente treffen. Die aus Minijobs gezahlten Rentenbeiträge erhöhen ihre Rente aufgrund der Berechnungsmethoden kaum oder teilweise gar nicht. Gleichzeitig hätten die Betroffenen unmittelbar weniger Netto zur Verfügung und können aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen ihre Arbeitszeit häufig nicht erhöhen, um diesen finanziellen Verlust auszugleichen.

 

„Vielleicht besteht die Lösung in einem stärker auf die jeweiligen Bevölkerungsgruppen zugeschnittenen Handeln. Jüngere und ältere Menschen sowie Menschen mit Beeinträchtigungen befinden sich in unterschiedlichen Lebenssituationen. Diese Unterschiede sollten berücksichtigt und jeweils passende Angebote entwickelt werden“, erklärt Lutz-Peter Anton, Vorsitzender des Seniorenrates des Landes Brandenburg e. V.

 

Der Seniorenrat des Landes Brandenburg e. V. spricht sich deshalb dafür aus, bei der weiteren politischen Diskussion die unterschiedlichen Auswirkungen möglicher Veränderungen genau zu betrachten und insbesondere die Lebensrealität älterer Menschen sowie von Menschen mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen einzubeziehen.

 

Der Beitrag des Nordkuriers zur Diskussion:

„Sie hätten sofort weniger Netto“: Minijob-Aus würde bestimmte Rentner besonders hart treffen

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Veröffentlichung

Mo, 28. September 2026

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