Offener Brief des Seniorenrates an die AOK Nordost und die Mitglieder der Brandenburger Arbeitsgemeinschaft Fahrdienste (BAGF) zur Lösung des Konfliktes um die Finanzierung von Krankenfahrten
Sehr geehrte Damen und Herren,
als Interessenvertreter unserer Brandenburger Seniorinnen und Senioren erreichen uns tagtäglich besorge Anfragen zur zukünftigen Kostenübernahme bei Krankenfahrten. Mit Bedauern mussten wir in den letzten Wochen feststellen, dass es trotz intensiver Verhandlungen Ihrerseits nicht gelungen ist, eine im Sinne der Patientenversorgung tragfähige Lösung in Brandenburg zu finden. Als besonders bitter für viele Betroffene werten wir die per 31.1.2026 auslaufende Annahme der sogenannten „Serientransportscheine“ für Fahrten zu Dialyse, Chemo- oder Strahlentherapie. Gerade für diese Personengruppe besteht dringender Handlungsbedarf und es muss unbedingt eine gemeinsame Lösung gefunden werden.
Unsere Bevölkerung altert, immer mehr Menschen werden pflegebedürftig. Wir möchten alle, dass diese Menschen möglichst lange in ihrem Zuhause gut betreut leben können. Dafür braucht es eine verlässliche und wohnortnahe ärztlichen Versorgung, die für die Betroffenen erreichbar, aber auch bezahlbar bleibt. Es wäre unverantwortlich, wenn Betroffene künftig auf Behandlungen oder Krankenfahrten verzichten würden, weil sie mit dem Verauslagen höherer Beträge überfordert sind oder sich bürokratischen Dingen ergeben und ihren Lebenswillen verlieren. Auch für die Betreiber von Pflegeeinrichtungen ergeben sich für die Aufrechterhaltung der medizinischen Versorgung vieler schwerkranker Bewohnerinnen und Bewohner schwer kalkulierende Risiken, in jedem Fall aber ein äußerst hoher Verwaltungsaufwand, der viele Beteiligte tangiert.
Wir appellieren an sie alle, den Streit nicht auf den Rücken der Betroffenen auszutragen! Das ist Gift für unsere Gesellschaft, für unser Miteinander und die Solidarität, die wir in der Vergangenheit auch in schwierigen Zeiten immer wieder bewiesen haben.
Wir fordern Sie auf, die Vertragsverhandlungen fortzuführen und um einen Kompromiss bei der Bezahlung von Krankenfahrten zu kämpfen. Geben Sie den betroffenen Menschen Sicherheit und Vertrauen zurück!
Herzlichst
Lutz-Peter Anton
Vorsitzender Seniorenrat des Landes Brandenburg e.V.






