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Rentner sollen große Wohnungen räumen

10.03.2015 – Der Seniorenrat des Landes Brandenburg e.V. hält wenig von der Idee, Senioren mit Geld zum Wohnungswechsel zu bewegen

 Der Gewerkschaftsboss der IG Bau Robert Feiger fordert eine Umzugsprämie für Rentner, damit junge Familien in deren Wohnungen einziehen können.

Robert Feiger schlägt vor, Senioren eine staatliche Prämie bis zu 5.000 Euro für einen Wechsel in eine kleinere Wohnung zu zahlen. Seine Begründung: „Viele Senioren sitzen im Alter in ihren großen Wohnungen fest, viele Familien müssen dagegen in viel zu kleinen Wohnungen wohnen. Diesen Missstand müssen wir beheben“, hatte Feiger der „Bild“-Zeitung gesagt.

„Solange Ältere körperlich intakt sind, gibt es für sie keinen Grund umzuziehen, vor allem nicht, wenn kleinere Wohnungen genau so teuer sind“, sagt Sieglinde Heppener, Vorsitzende des Brandenburger Seniorenbeirats. „Wer so etwas fordert, weiß nicht, wie ältere Menschen leben und ticken.“ Viele Senioren haben sich ein Netzwerk in der Nachbarschaft aufgebaut, das sie durch einen Umzug verlören. Was nützt ihnen eine kleinere Wohnung, wenn sie dann einsam sind.

Brandenburgs Bauministerin Kathrin Schneider hält einen Umzugsbonus in der Mark für überflüssig.

In Brandenburg ist der Bedarf an kleinen Wohnungen nach Angaben der Wohnungsunternehmen höher als der Bedarf an großen Wohnungen. Deshalb ergibt die Forderung nach einer Umzugsprämie für Senioren, die in großen Wohnungen leben, keinen Sinn.

Auch die Bundesbauministerin Barbara Hendricks hält nichts von der Idee und meint, dafür gibt es gute Gründe. Denn es gebe in der Tat zu wenig bezahlbaren Wohnraum für Familien mit Kindern. „Ich halte diesen Vorschlag aber nicht für geeignet, dieses Problem zu lösen.“ Besser sollte laut Hendricks der Umbau von altersgerechten Wohnungen, wie Änderungen am Grundriß oder die Teilung von Wohnungen, gefördert werden. Eine solches Umzugsprogramm wäre zu bürokratisch.

Außerdem mit einer Prämie von 5000 Euro wäre es zudem nicht getan. Eine neue Wohnung wird ja nicht billiger sein, viele Senioren haben alte, günstige Mietverträge. Und: Solche Vorschläge können Senioren beleidigen, die gern in ihrem Kiez wohnen bleiben wollen. Die Idee von Feiger ist also sicher nicht dafür geeignet, die Wohnungsnot in Großstädten zu lindern.

2015-03-31T15:15:26+00:0031. 03. 2015|Categories: Presseinformatiom|