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Presseinformationen2018-12-04T10:45:43+00:00

 

November 2018

Presseinformation

Nr.: 191/2018
Potsdam, 30. November 2018

Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie des Landes Brandenburg

Pressestelle/Tel: 0331 866-5044/Fax: 0331 866-5049/E-Mail: presse@masgf.brandenburg.de

 

Sozialministerin Karawanskij würdigt mit „Veltener Teller“ zehn engagierte Seniorinnen und Senioren

Das Ehrenamt scheint für sie eine Selbstverständlichkeit zu sein und prägt ihr Leben: Zehn Seniorinnen und Senioren sind heute in Potsdam für ihr außerordentliches ehrenamtliches Engagement mit dem „Veltener Teller“ ausgezeichnet worden. Sozialministerin Susanna Karawanskij überreichte die Ehrenteller gemeinsam mit dem Vorsitzenden des Seniorenrates des Landes Brandenburg, Wolfgang Puschmann.

Ministerin Karawanskij sagte: „Ohne das Engagement der älteren Generation wäre vieles in unserer Gesellschaft nicht möglich. Wir brauchen engagierte Seniorinnen und Senioren, ihren Einsatz, ihre Zeit, die helfenden Hände und vielen klugen oftmals erfahrenen Ideen. Dieses Ehrenamt passiert im immer schneller werdenden Alltagsrhythmus für andere oft unbemerkt, ist aber keinesfalls eine Selbstverständlichkeit. Die zehn Preisträgerinnen und Preisträger stehen heute stellvertretend für viele andere Frauen und Männer, die im höheren Alter ehrenamtlich aktiv sind. Ihnen allen gebührt unser großer Dank.“

Eine große Klammer verbindet alle Preisträgerinnen und Preisträger: die Arbeit in den unterschiedlichsten Seniorenbeiräten. „Die Seniorenbeiräte sind eine wichtige Säule der gelebten Seniorenpolitik des Landes Brandenburg. Sie setzen sich für die Interessen der älteren Menschen ein, haben dabei aber auch immer die Bedürfnisse der jüngeren Generationen im Blick. Alle Generationen sind aufeinander angewiesen. In einer immer älterwerdenden Gesellschaft ist es besonders wichtig, lebendige Begegnungsorte zu schaffen“, betonteKarawanskij.

Der „Veltener Teller“ wird bereits zum 24. Mal für besondere Verdienste im Ehrenamt vergeben. Die Verleihung findet jedes Jahr rund um den „Internationalen Tag des Ehrenamtes“ (5. Dezember) statt.

Seit 1995 sind bereits 247 Seniorinnen und Senioren mit dem Preis ausgezeichnet worden. Die Tradition geht auf Regine Hildebrandt, Brandenburgs erste Sozialministerin, zurück. Auf ihre Anregung hin wurde der Ehrenteller, der die Form einer Schale mit Fuß hat, in der Werkstatt von Hedwig Bollhagen in Velten (Oberhavel) entworfen.

Den „Veltener Teller 2018“ erhielten heute:

Horst Kühn (Guben/Spree-Neiße): Er ist seit dem 1. Oktober 2008 Vorsitzender des Seniorenbeirates der Stadt Guben. Unter seiner Leitung entwickelte sich der Seniorenbeirat zu einer anerkannten Interessenvertretung der älteren Bewohnerinnen und Bewohner. Herr Kühn nimmt regelmäßig als sachkundiger Einwohner an den Ausschusssitzungen für Soziales, Bildung und Kultur in seiner Heimatstadt teil, sowie an den Sitzungen des Kreisseniorenrates. Dort setzt er sich unablässig für die Belange der älteren Generation ein. Vorbildlich ist seine Einsatzbereitschaft bei der Fortführung der deutsch-polnischen Beziehungen, die seit 2002 bestehen. So hat er u.a. erreicht, dass sich der städtische Seniorenrat Gubin regelmäßig an der Gubener Seniorenwoche beteiligt. Mit viel persönlichem Engagement setzt sich Horst Kühn außerdem für die gute Zusammenarbeit mit dem Seniorenbeirat der Gubener Partnerstadt Laatzen ein, hält Kontakt und organisiert gegenseitige Besuche.

Edda Mayer (Neuenhagen bei Berlin/Märkisch-Oderland): Sie engagiert sich als Vorsitzende des Seniorenbeirates der Gemeinde Neuenhagen für vielfältige Projekte in der Seniorenarbeit. So ist sie maßgeblich für die Vorbereitung der alljährlichen Seniorenwoche im Juni verantwortlich – ein Höhepunkt im kommunalen Veranstaltungskalender für die älteren Bürgerinnen und Bürger. Zweimal im Jahr berät der Seniorenbeirat unter ihrer Leitung gemeinsam mit dem Bürgermeister die Schwerpunkte der Seniorenpolitik im Ort. Alle zwei Jahre erscheint die Zeitzeugenbroschüre „Lebenszeit“ mit Neuenhagener Geschichten. Nicht zu vergessen ist ihre Mitarbeit im Haus der Senioren, dem zentralen Treffpunkt für alle älteren Bürgerinnen und Bürger. Edda Mayer ist außerdem Mitglied der Kreisseniorenbeirates Märkisch-Oderland.

Edelgard Dolch (Angermünde/Uckermark): Sie leitet seit 2007 den Ortsverband des Brandenburgischen Seniorenverbandes Angermünde, dessen Mitglied sie seit 1996 ist. Der Seniorenverband ist zuverlässiger Partner der Angermünder Seniorenarbeit. Das Wohl und die Geborgenheit der älteren Generation liegt Edelgard Dolch immer am Herzen. Durch ihre ruhige, sachliche, ausgeglichene und mütterliche Art hat sie sich konsequent für Belange der Älteren eingesetzt. In regelmäßigen Gesprächsrunden der Seniorinnen und Senioren mussten Bürgermeister und andere kommunalpolitische Verantwortliche Rede und Antwort stehen. Durch diese Veranstaltungen hat sie der älteren Generation ermöglicht, an demokratischen Prozessen teilzuhaben. Mit Fahrten zu kulturellen Höhepunkten im Land Brandenburg, mit Besuchen von alleinlebenden, kranken Mitgliedern des Seniorenverbandes und mit dem Aufbau einer Tanz- und Sportgruppe hat sie die Seniorenpolitischen Leitlinien in konkrete Maßnahmen umgesetzt.

Dr. Paul Stahlberg (Schulzendorf/Dahme-Spreewald): Er war bis zum Frühjahr 2018 mit 86 Jahren der älteste aktive Vorsitzende eines Seniorenbeirates im Landkreis Dahme-Spreewald. Mit hoher Sachkenntnis hat er die seniorenpolitischen Ziele mit Nachdruck durchgesetzt. Ganz selbstverständlich war der Kontakt zum Bürgermeister der Gemeinde Schulzendorf und zu den Gemeindevertretern. Regelmäßig nahm er an den Sitzungen des Hauptausschusses teil. Mit den Seniorenvertretungen der Nachbargemeinden, mit der Volkssolidarität, dem Seniorenheim sowie dem Förderverein der Patronatskirche pflegte er eine kontinuierliche und nachhaltige Zusammenarbeit. Seit über 15 Jahren bringt er in jedem Schuljahr 50 Grundschülern das Schachspielen bei. Traditionell findet das jährliche Treffen der Generationen mit einem Kinderprogramm im Seniorenheim Schulzendorf statt. Die Partnerschaft mit der polnischen Partnergemeinde Kargowa liegt ihm besonders am Herzen.

Karl-Heinz Grollmisch (Oranienburg/Oberhavel): Er ist seit mehr als 15 Jahren Vorsitzender des Kreisseniorenbeirates Oberhavel. Er wird von allen Mitgliedern als außerordentlich engagiert anerkannt. Sein Rat wird geschätzt, ebenso seine Beiträge im Unterausschuss „Demografischer Wandel“ des Landkreises. Hier hat er wesentlichen Anteil, dass den Belangen der Seniorinnen und Senioren größere Aufmerksamkeit zuteilwird. Karl-Heinz Grollmisch verfolgt intensiv die Seniorenpolitik im Land Brandenburg und auch bundesweit. Er greift Ideen auf, die er in die seniorenpolitische Diskussion mit dem Land einbringt. Die erfolgreiche Eröffnung der 23. Brandenburgischen Seniorenwoche 2016 in Oranienburg ist wesentlich seinem Engagement zu verdanken.

Barbara Kernchen (Neuruppin/Ostprignitz-Ruppin): Sie arbeitet seit 2009 engagiert im Seniorenbeirat der Stadt Neuruppin und ist seit mehreren Jahren die Vorsitzende. Die Schaffung von behindertengerechtem Wohnraum in Neuruppin, der auch für alleinstehende Seniorinnen und Senioren bezahlbar sein muss, ist ein wichtiges Anliegen des Seniorenbeirates. Sie war mehrere Jahre Stadtverordnete und engagierte sich für die sozialen Belange der Bürgerinnen und Bürger in Neuruppin. Sie ist seit vielen Jahren Mitglied im Kreisseniorenbeirat und vertritt dort den Altkreis Neuruppin sehr aktiv. Durch ihr unermüdliches Engagement und ihre Tatkraft aktiviert Barbara Kernchen die Seniorinnen und Senioren in ihrem Alltag und sorgt damit nicht nur bei der älteren Generation für den gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Helga Buchholz (Rathenow/Havelland): Sie engagiert sich seit vielen Jahren ehrenamtlich für die Seniorenarbeit der Stadt Rathenow. Sie ist auf Vorschlag der Arbeiterwohlfahrt in den Seniorenrat Rathenow gewählt worden und als Vorstandsmitglied für die Finanzen zuständig. Als sachkundige Bürgerin im Ausschuss für Finanzen und Rechnungsprüfung setzt sie sich aktiv für die Belange der älteren Menschen ein. Helga Buchholz hat stets ein offenes Ohr für die Sorgen und Nöte der Seniorinnen und Senioren in Rathenow. Ihre offene und freundliche Art wird von den Bürgerinnen und Bürgern sehr geschätzt, auch weil sie als aktives Mitglied der AWO Gespräche zu aktuellen kommunalpolitischen Themen führt. Mit viel Herzblut setzt sie sich auch für die junge Generation im Kinder- und Jugendparlament ein.

Johanna Ranneberg (Beelitz/Potsdam-Mittelmark): Sie ist der Seniorenbetreuung seit mehr als 36 Jahren verbunden, sei es in der Stadt Beelitz oder im Kreisseniorenbeirat Potsdam-Mittelmark, dessen stellvertretende Vorsitzende sie seit zehn Jahren ist. Hauptberuflich war sie von 1982 bis 1991 bei der Volkssolidarität und anschließend bei den Johannitern tätig. Mit Beginn des Rentenalters wurde sie 2001 Vorsitzende des Seniorenbeirates der Stadt Beelitz. 2014 absolvierte sie eine Ausbildung zur Senior-Trainerin.

Herma Lindner (Gemeinde Schorfheide/Barnim): Sie ist seit 2003 Mitglied des Seniorenbeirates der Gemeinde Schorfheide und seit 2005 Beiratsvorsitzende. Sie pflegt enge Kontakte zum Bürgermeister und zur Verwaltung der Gemeinde, und hat durchgesetzt, dass Mitglieder des Seniorenbeirates an den Sitzungen des Hauptausschusses, des Sozialausschusses und des Bauausschusses teilnehmen. Sie haben dort Rederecht und können sich an den Diskussionen beteiligen. Herma Lindner selbst nimmt an den Sitzungen des Sozialausschusses teil. Darüber hinaus arbeitet sie aktiv im Ortsvorstand der Gewerkschaft der Eisenbahner mit. Sie ist Mitglied des Vorstandes und stellvertretende Vorsitzende der Seniorengruppe. Seit 1993 ist sie auch Mitglied im Gemeindekirchenrat und seit 2005 sogar die Vorsitzende. Hier legt sie ihr Augenmerk auf die Einbeziehung der Seniorinnen und Senioren der Kirchengemeinde in die Arbeit des Seniorenbeirates der Gemeinde Schorfheide. Herma Lindner ist seit 2010 auch stellvertretende Vorsitzende des Kreisseniorenbeirates Barnim. Auf Grund persönlicher Erfahrungen hat sie die Arbeitsgruppe „Seniorenheime“ ins Leben gerufen, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Bedingungen für die Bewohnerinnen und Bewohner, aber auch des Pflegepersonals zu untersuchen.

Gudrun Jentsch (Ludwigsfelde/Teltow-Fläming): Sie ist seit November 2004 Mitglied des DRK und als ehrenamtliche Helferin im Blutspendedienst des DRK tätig. Sie organisiert die Werbung für die 14-tägig stattfindenden Blutspende-Termine und kümmert sich fürsorglich um die teilnehmenden Spenderinnen und Spender. Seit drei Jahren betreut Gudrun Jentsch regelmäßig das Spielezimmer im Übergangswohnheim Ludwigsfelde. Auch im Bereich der Seniorenarbeit ist ihr Einsatz inzwischen unverzichtbar geworden. Sie leitet den wöchentlichen, nunmehr auf Grund der großen Nachfrage zweimal pro Woche stattfindenden, dreistündigen Spielenachmittag für Seniorinnen und Senioren. Hinzu kommt einmal im Monat der Rentnertreff, den sie ebenfalls vorbereitet und begleitet. Die Teilnehmenden an diesen Veranstaltungen fühlen sich von Gudrun Jentsch so umsorgt, als wären sie zu Hause. Seit Neuestem engagiert sie sich beim Aufbau eines neuen Kiez-Treffs für die älteren Bürgerinnen und Bürger des Stadtgebietes Ludwigsfelde West.

 

Frau Mayer, Frau Dolch, Herr Grollmisch, Frau Rannberg, Frau Jentsch, Frau Bucholz, Frau Kernchen, Herr Kühn, Herr Puschmann, Frau Karawanskij und Herr Dr. Stahlberg (von links nach rechts)

 


Oktober 2018

Neues vom Landesseniorenrat

Am 22. und 23.10.2018 fand in Seddin die Klausurtagung des Landesseniorenrates mit den Vorsitzenden der Seniorenbeiräte (SB) der Städte und Kreise des Landes Brandenburg statt. Hauptthema war die Auswertung der Regionalkonferenzen in Eberswalde, Frankkfurt/O, Neuruppin, Potsdam und Cottbus. Ziele waren die Stärkung und Vernetzung der örtlichen Seniorenbeiräte und die Erarbeitung von Handlungsempfehlungen.

Um die Ergebnisse möglichst detailliert beraten zu können wurden 3 Arbeitsgruppen (AG) gebildet.

In AG 1 wurde über die SB als Mitgestalter von Kommunalpolitik diskutiert. Es wurde u. a. gefordert, dass die SB in die Hauptsatzung der Kommunen aufgenommen werden und breite Mitwirkungsmöglichkeiten wie Vorschlags- und Rederecht in den Ausschüssen erhalten müssen, dass eine größere Würdigung der ehrenamtlichen Tätigkeit durch die Kommunen und das Land (Beibehaltung der Auszeichnung mit dem Veltener Teller) stattfindet und dass ein Landesseniorenbeauftragter im Ministerium eingesetzt wird.

Die AG 2 befasste sich mit der Entwicklung und Nutzung vielfältiger Kommunikationsformen wie Pressemeldungen, Nutzung digitaler Medien, Sprechstunden und Veranstaltungen zu den verschiedensten Themen. Gute Praxisbeispiele hierzu wurden ausgiebig diskutiert. Als wichtig wurden auch die Nachwuchsarbeit und die Kooperation mit anderen seniorenpolitischen Akteuren (Netzwerkarbeit) benannt.

In der AG 3  ging es um die Bedarfshaltung der SB an den Landesseniorenrat. Es wird erwartet, dass regelmäßige Informationen zu aktuellen seniorenpolitischen Fragen und zu entsprechenden Bundes- und Landesgesetzen erfolgen, wiederholt Regionalkonferenzen durchgeführt  werden und Möglichkeiten für Weiterbildungsangebote geschaffen werden.

In der breiten Diskussion im Plenum wurde zunächst begrüßt, dass Frau May vom Ministerium erklärte, dass der Veltener Teller auch in diesem Jahr verliehen wird und dass der neue Geschäftsführer des Städte- und Gemeindebundes Herr Graf in seiner interessanten Rede u. a. eine bessere Zusammenarbeit mit dem Landesseniorenrat zusagte. Dann kam zum Ausdruck, dass jeder Teilnehmer durch die ausgiebige Diskussion viele neue Anregungen für die Arbeit  in seinem SB mitnehmen kann. Nun erwarten alle, dass der Landesseniorenrat sie bei den vorliegenden Aufgaben tatkräftig unterstützt.

Als Fazit der Klausurtagung wurde festgestellt:

  1. Als ersten Schritt für eine erfolgreiche Arbeit der Seniorenbeiräte muss ein/e

Landesseniorenbeauftragter/in im Ministerium MASGF eingesetzt werden.

  1. Es ist dringend erforderlich, dass in der Kommunalverfassung ein Passus

aufgenommen wird, dass  Seniorenbeiräte gebildet werden sollen und diese in der

Hauptsatzung verankert werden.

  1. Damit der Landesseniorenrat seine anspruchsvollen Aufgaben in Anbetracht der

immer stärker werdenden Anzahl der Senioren in unserem Land erfolgreich erfüllen

kann, benötigt er ausreichende Mittel für einen Geschäftsführer/in und eine Assistentin

für Bürokommunikation sowie die räumliche und technische Ausstattung einer

Geschäftsstelle im Haushaltsplan des Landes

  1. Damit dem Anliegen des Landesseniorenrates Gehör verschafft wird, wurde ein

Brandbrief an den Ministerpräsidenten verfasst, der einstimmig angenommen wurde

und zur Unterstützung auch an die Landtagsfraktionen verschickt wurde.

 


 MAZ Neustadt Dosse 10.10.2018 (im Link mit Bilder) MAZ Neustadt Dosse

Seniorenbeiräte wollen Druck machen

Der Kreisseniorenbeirat Ostprignitz-Ruppin suchte bei einem Treffen in Neustadt den Schulterschluss mit seinem Havelländer Pendant. Beide Gremien fordern gesetzliche Grundlagen für die Seniorenarbeit.

Die Kreisseniorenbeiräte von Havelland und Ostprignitz-Ruppin entdeckten beim Treffen in Neustadt vor allem Gemeinsamkeiten. Quelle: privat

Neustadt

Der Landkreis Ostprignitz-Ruppin rückt näher ans Havelland – zumindest, was die ehrenamtliche Seniorenarbeit angeht. Mitte der Woche hatten sich die Kreisseniorenbeiräte beider Landkreise in Neustadt getroffen. „Da war eine der besten Veranstaltungen, die wir bisher hatten“, schätzt Hans-Peter Dageroth vom Rheinsberger Seniorenbeirat ein.

„Wir wollten uns einfach mal austauschen“, berichtet die Vorsitzende des OPR-Beirates Sigrid-Schumacher aus Lohm. Schon vorher habe es Begegnungen gegeben, beispielsweise bei der Regionalkonferenz Mitte September in Neuruppin. „Aber das war da einfach zu groß.“

Seniorenvertreter im Austausch

In Neustadt suchten 28 Vertreter der beiden Beiräte in lockerer Runde das Gespräch und stießen offenbar auf einige Gemeinsamkeiten. „Wir sind uns von der Arbeitsweise her ziemlich ähnlich“, findet Sigrid Schumacher. Beiden Gremien gehe es vor allem darum, örtliche Seniorenvertretungen aufzubauen und zu unterstützen. Man halte den Kontakt zu den Trägern der Altenhilfe und zu Heimbeiräten, organisiere Veranstaltungen wie die jährlichen Seniorenwochen, betreibe im Sinne der Senioren Öffentlichkeitsarbeit und versuche, die Kreispolitik beratend zu unterstützen.

„Die Havelländer haben dabei die gleichen Probleme wie wir“, konstatiert die OPR-Beiratsvorsitzende. „Dass die Seniorenarbeit für den Landkreis freiwillig ist.“ Es bestehe keine Verpflichtung, die besonderen Bedürfnisse von Bürgern im fortgeschrittenen Alter zu berücksichtigen. Dabei machten die Über-65-Jährigen inzwischen rund ein Viertel der Bevölkerung aus.

Gesetzliche Grundlage gefordert

Für Ostprignitz-Ruppin fordert der Seniorenbeirat daher unter anderem, dass die Sozialplanung des Kreises um einen Altenhilfeplan ergänzt wird. So, wie beispielsweise die Ausstattung mit Kitas und Schulen geplant werde, müsse es auch bei Altenhilfe laufen.

Seit März arbeite zwar eine eigens eingestellte Mitarbeiterin der Kreisverwaltung OPR an einem solchen Altenhilfeplan, doch ihre Stelle sei auf ein Jahr befristet. Der Seniorenbeirat fordert vom Kreistag, die Fertigstellung des Altenhilfeplans abzusichern.

Mit den Havelländern war man sich einig, dass die ehrenamtliche Seniorenarbeit landesweit einer besseren Unterstützung bedarf. Die Berufung von Behindertenbeauftragten, Gleichstellungsbeauftragten, Biber- oder Wolfsbeauftragten sei gesetzlich geregelt, doch für Seniorenbeauftragte gelte das nicht. Während viele Bundesländer die Seniorenarbeit auf eine gesetzliche Grundlage gestellt hätte, habe Brandenburg dies bisher versäumt. Zwar unterstütze das Land seinen Seniorenrat mit jährlich 85 000 Euro, doch das entspreche gerade einmal 15 Cent pro Bürger über 65. Das stelle keine solide Basis für die ehrenamtliche Arbeit dar.

,Ehrenamt’ heißt nicht ,umsonst’

„Die Senioren fordern mehr Anerkennung für ihre Lebensleistung und den Respekt vor dem Ehrenamt“, fasst Sigrid Schumacher den Tenor des Neustädter Treffen zusammen. Dazu gehöre auch die finanzielle Unterstützung von ehrenamtlich tätigen Senioren. „,Ehrenamtlich’ heißt nicht ,umsonst’“, sagt sie. Fahrtkosten zu erstatten, sollte zur Pflicht werden. Gleiches gelte für Altenhilfepläne. „Wir gehen zwar nicht demonstrieren“, sagt Sigrid Schumacher, „aber lass doch mal alle Senioren ihre Ehrenämter niederlegen. Mal sehen, was dann ist.“

Von Alexander Beckmann

 


September 2018

MAZ- Neuruppin 06.09.2018 (im Link mit Bilder) Senioren beklagen schlechte Busanbindung

Senioren beklagen schlechte Busanbindung

Die Seniorenbeiräte in Brandenburg sehen sich in Zukunft immer mehr gefordert, denn es gibt immer mehr Menschen über 65 Jahren – jetzt schon sind es 23 Prozent der Bevölkerung. Bei einem Treffen der Seniorenbeiräte des Landes, auch aus Prignitz und OPR, wurde unter anderem beklagt, dass die Busanbindungen vielerorts zu schlecht seien.

Seniorenbeiräte dreier Kreise (v.l.): Karl-Heinz Grollmisch (Chef des Beirates OHV), Diether Pickel (Vize-Chef PR), Sigrid Schumacher (Chefin OPR), Monika Mey vom Sozialministerium (zuständig für Seniorenpolitik), Wolfgang Puschmann (Vorsitzender Landesseniorenbeirat) Quelle: Foto: Vogel

Neuruppin

Die 170 Seniorenbeiräte im Land Brandenburg wollen sich besser als bisher in die kommunalpolitische Arbeit vor Ort einbringen, damit die Probleme der Älteren schneller erkannt und behoben werden können.

„Mehr als 590.000 Brandenburger sind älter als 65 Jahre“, sagt Wolfgang Puschmann, der Vorsitzende des Landesseniorenbeirates. Das seien gut 23 Prozent aller Märker. Und der Anteil der Senioren wird laut Puschmann steigen. Experten gingen davon aus, dass in 20 Jahren schon fast jeder Dritte Brandenburger älter als 65 Jahre sein wird.

Teilhabe am Leben wird für Dorfbewohner schwerer

Die Beiräte sehen sich deshalb in Zukunft mehr denn je gefordert, um Senioren zu helfen, die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben in den Städten und Dörfern zu ermöglichen. Dazu gehört nicht allein die Pflege sozialer Kontakte, vielmehr geht es ebenfalls darum, dass Senioren Kulturveranstaltungen besuchen und sich bei der Kommunalpolitik einbringen können.

Das hat eine Befragung unter den Seniorenbeiräten ergeben, die jetzt bei einer Regionalkonferenz in den Ruppiner Kliniken vorgestellt wurde. Die Teilnehmer kamen aus der Prignitz, aus Ostprignitz-Ruppin sowie aus Oberhavel.

Ostprignitz-Ruppin ist bei Seniorenarbeit gut aufgestellt

Bei der Umfrage, an der sich 103 Beiräte beteiligten, wurde deutlich, dass das Gros der Senioren ihre Informationen zu seniorenpolitischen Themen aus ihrer Tageszeitung sowie aus Rundfunk und Fernsehen entnehmen. Hinzu kommen der Austausch mit anderen Beiräten sowie die Teilnahme an Kommunalversammlungen wie Gemeindevertretersitzungen und Stadtverordnetenversammlungen.

Die Ergebnisse der Umfrage sollen in den Beiräten diskutiert werden, um zu sehen, bei welchen Themen noch mehr Engagement gewünscht wird. In Ostprignitz-Ruppin seien die einzelnen Beiräte schon recht gut aufgestellt, sagt Sigrid Schumacher, die Chefin des Kreisseniorenbeirates. Nachdem sowohl im Amt Lindow als auch in der Gemeinde Fehrbellin Ansprechpartner für Senioren gefunden worden seien, fehle jetzt nur noch einer im Amt Temnitz.

Es fehlt noch ein Seniorenbeauftragter für das Amt Temnitz

Vielfach klagen Senioren über schlechte Busanbindungen in ihre Dörfer. Diese machten es schwer, auch mal am Nachmittag oder Abend zu einem Konzert oder zu einer Ausstellungseröffnung zu gelangen – und auch wieder mit dem Bus zurückzukommen.

Am meisten betroffen von diesem Problem sind Frauen. Sie stellen auch das Gros der Senioren. Allein von den gut 164.500 Menschen in Brandenburg, die über 80 Jahre alt sind, stellen sie rund 64 Prozent, sagt Wolfgang Puschmann.

Von Andreas Vogel


Juli 2018

Wenig Interesse am Einkaufsbus

Wenig Interesse am Einkaufsbus 03. 07.2018 (im Link mit Bilder)

Quartiersmanager Jörg Mose wartet noch einmal am Montag auf Mitfahrer zum Einkaufen und will dann entscheiden, ob er das Angebot aufrecht erhält. Er hatte es nach der Schließung des Frischemarktes in Kyritz West für ältere Menschen angeboten.

Jörg Mose und die Seniorenbeauftragte Bärbel Kleybrink stehen im engen Kontakt, wenn es um Probleme der Senioren geht. Quelle: Gina Wiesner

Eher verhalten wird derzeit das neue Angebot von Jörg Mose angenommen. Der Quartiersmanager für Kyritz West wartet immer montags auf Mitfahrer zum Einkaufen. Mit dem Bus geht es dann von der Werner Straße zum Einkaufszentrum Hagebau/Edeka/Aldi. Abfahrt ist um 9.01 Uhr in der Werner Straße. Um 10.45 Uhr geht es zurück dorthin. Ein Zustieg auf dem Hinweg an der Straße der Jugend und am Prignitzcenter ist möglich. „Einen Busfahrschein müssen die Fahrgäste kaufen“, so Mose.

Drei Senioren kamen zum Start

Am Montag kam kein Interessent. In der Woche davor war es genauso. Zum Start vor drei Wochen hatten sich zwei Senioren gefunden. Mose hält aber zunächst am „Testballon“ wie er das Angebot nennt fest. Das heißt: Noch ein viertes Mal wartet er am kommenden Montag, 9. Juli, auf Mitfahrer, denen er bei der Fahrt mit dem Bus, aber auch beim Einkaufen und nach Hause bringen helfen will. Danach will der Quartiersmanager neu entscheiden, ob er das Angebot am Montag aufrecht erhält, einstellt oder es auf einen anderen Tag verlegt.

Wünsche können geäußert werden

Ist Letzteres gewünscht oder gar ein anderes Ziel für den Einkauf, sollten sich Interessenten schnell bei Jörg Mose melden. Aus Gesprächen mit Kyritzern weiß er, dass sein Angebot schon Zuspruch hat. „Jeder kennt jemanden, der nicht mehr so mobil ist und sich aber auch nicht traut, allein mit dem Bus zu fahren“, so Mose. Er möchte mit seinem Angebot versuchen, Hemmschwellen abzubauen und zu zeigen, dass Bus fahren keine Hürde sein sollte. Mose will mit dem Angebot aber auch Gemeinschaft schaffen. „Wer nicht einkaufen will, kann auch einfach so mitkommen und mit anderen ins Gespräch kommen“, so der Quartiersmanager.

Engpass in der Versorgungssituation

Mose sagt: „Seit der Frischemarkt Bauer und der Rewe-Markt im Wohngebiet Kyritz West geschlossen sind, hat sich das Einkaufen besonders für ältere Bewohner dort verschlechtert.“ Wegen des Engpasses in der aktuellen Versorgungssituation hatte er die Einkaufsfahrt als Angebot entwickelt. Er weiß, dass sich die Bewohner von Kyritz West darüber ärgern, dass nun auch dieser Markt geschlossen wurde. Er sei schließlich auch ein Treffpunkt für die Menschen gewesen, so Mose. So mancher ältere Bewohner sei nun auf Hilfe angewiesen. „In Gesprächen haben mir die Leute so etwas erzählt“, sagt er.

Angebote für die Ferienzeit

Gespräche führt er unter anderem in seinem Büro „Weltraum“ in der Perleberger Straße. Für Mose ist es ein gemütlicher Raum, der langfristig zum „Wohnzimmer des Viertels“ werden soll. So wünscht er es sich. Jeden 1. Montag im Monat bietet er dort einen Kaffeeklatsch an. Der Seniorenbeirat hat dort auch schon getagt. Für die Sommerferien gibt es ein Spieleangebot für Kinder und Jugendliche in Zusammenarbeit mit dem Verein Ostprignitz Jugend und der Berlin-Brandenburgischen Landjugend.

Fragen zum Einkaufsangebot und zu den Sommerferien beantwortet Jörg Mose unter 0172/3 28 50 22.

Von Sandra Bels


Treffen der Feuerwehrsenioren  03.07.2018 (im Link mit Bilder) Treffen der Feuerwehrsenioren

Das 19. Treffen der Seniorenkameradschaft der Feuerwehren in Wittstock und Heiligengrabe fand am Sonntag an der Freilichtbühne in Herzsprung statt. Das Blasorchester Wittstock spielte.

Beim Treffen der Seniorenkamradschaft der Feuerwehren Wittstock und Heiligengrabe in Herzsprung. Quelle: Björn Wagener

Die Treffen der Kameradschaft der Feuerwehrsenioren aus Wittstock und Heiliigengrabe haben längst Tradition. Am Sonntagvormittag fand die jüngste Zusammenkunft an der Freilichtbühne in Herzsprung statt. Das Blasorchester Wittstock spielte schon zum 18. Mal beschwingte Rhythmen in dieser Runde, während es sich die knapp 140 Gäste gut gehen ließen.

Gäste aus Politik und Verwaltung

Ehrenvorsitzender Klaus Krüger aus Königsberg begrüßte die Gäste, darunter die Bundestagsabgeordnete Kirsten Tackmann (Linke); Holger Kippenhahn, Bürgermeister der Gemeinde Heiligengrabe; Holger Schönberg als Vertreter der Stadt Wittstock; Wittstocks Wehrführer Steffen Müller; seinen Heiligengraber Amtskollegen Mathias Jennrich und Vertreter des Kreisfeuerwehrverbandes. „Wir freuen uns, dass auch diesmal wieder Gäste aus den verschiedensten gesellschaftlichen Bereichen unter uns sind“, sagte Jörg Krüger, der Vorsitzende der Seniorenkameradschaft. Auf lange Reden sollte bewusst verzichtet werden, wie Holger Kippenhahn sagte, und so blieb es bei kurzen Begrüßungen. Danach wurde das Feld wieder den Musikern des Blasorchesters überlassen. Bei Kaffee und Kuchen hatten die Feuerwehrsenioren Gelegenheit, den sonnigen Tag in bester Gesellschaft zu genießen.

Gratulationen zu Ehejubliläen

Dazu gehörte natürlich – auch das ist Tradition bei den Treffen – die Ehrung derer, die kürzlich Ehejubiläen begingen, darunter eiserne (65 Jahre) und diamantene Hochzeit (60 Jahre). Zum Kreis letzterer zählten auch Klaus und Gertrud Krüger, die sich seit Jahrzehnten für die Feuerwehr engagieren. Klaus Krüger hat die Seniorenkameradschaft, die im Januar 2016 ihr 25-jähriges Bestehen feierte, einst ins Leben gerufen.

Von Björn Wagener

 


Juni 2018

Zaatzker Chor sang zur Sommersonnenwende 22.06.2018 (im Link mit Bilder) Zaatzker Chor sang zur Sommersonnenwende

Was in Berlin zum Sommeranfang mit der „Fête de la Musique“ auf der Straße passiert, fand in Wittstock im „Wohnzimmer“ statt. Im Quartierstreff der Röbeler Vorstadt machte der Zaatzker Chor Musik.

Der Zaatzker Chor gab sein Wohnzimmerkonzert im Quartierstreff der Röbeler Vorstadt in Wittstock.Quelle: Christian Bark

In Berlin feiern die Menschen zur Sommersonnenwende jedes Jahr die „Fête de la Musique“. Dann gibt es handgemachte Straßenmusik für jeden Geschmack. Straßenmusik bekamen die Anwohner der Röbeler Vorstadt in Wittstock am Donnerstagnachmittag zwar nicht zu hören, dafür aber handgemachte vom Zaatzker Chor.

Kinder konnten sich an dem Tag schminken lassen. Quelle: Christian Bark

Der trat im Quartierstreff in der Clara-Zetkin-Straße auf und erfreute die Anwesenden mit allseits bekannten Schlagern und Volksmusik. So ertönte beispielsweise Lieder wie „Das Rennsteiglied“ oder das „Rübezahllied“. Letzteres ist laut Chormitglied Thomas Winter in der Vergangenheit etwas in Verruf geraten. Der Chor empfinde es aber nicht als „rechtes“ Liedgut und habe es in sein Repertoire mit aufgenommen. Weil es so viel Applaus gab, hatte der Chor noch eine Zugabe gegeben und danach noch eine – er schloss mit der „Märkischen Heide“.

Das Publikum schunkelte mit. Quelle: Christian Bark

Bereits vor dem Konzert war im Quartierstreff einiges los, wie Sozialraumkoordinatorin Lissy Boost, die selbst im Chor mitsang, berichtete. „Wir haben ein Schlager- und Volksmusikquiz gestartet“, sagte sie. 80 Fragen hätten beantwortete werden müssen – alles natürlich ganz gemütlich bei Kaffee und Kuchen. Am Ende der Veranstaltung habe es dann kleine Preise gegeben. Die anwesenden Kinder hatten sich schminken lassen können. Lissy Boost zeigte sich zufrieden mit dem Verlauf der Wittstocker „Fête de la Musique“. Ihre Kollegen vom Zaatzker Chor habe sie übrigens nicht lange bitten müssen, im Treff zu singen.

Am Mittwoch wird im Treff ab 16 Uhr das Projekt „mobil da sein“ ausgewertet.

Von Christian Bark

 


Spannende Bustour durch die Heimat 21.06.2018 (im Link mit Bilder) Spannende Bustour durch die Heimat

Als Abschluss der Seniorenwoche im Altkreis Kyritz wurde eine Busreise durch Kyritzer Dörfer angeboten. Sie wurde gut angenommen.

Erstmals gab es anlässlich der Seniorenwoche eine Busreise durch mehrere Kyritzer Dörfer. Quelle: Matthias Anke

Fast 30 Kyritzer Rentner nutzten am Mittwoch das Angebot des Seniorenbeirats, mit einem Reisebus vier umliegende und zur Stadt Kyritz gehörende Dörfer zu besuchen. An jedem Ort stiegen sie kurz aus, bestaunten so manche kleine Sehenswürdigkeit und legten am Ende eine gemütliche Kaffeerunde ein.

Auf dem Fahrplan standen Rehfeld, Berlitt, Kötzlin und dann eben Holzhausen, wo in der Gastwirtschaft Thiel eingekehrt wurde. Unterwegs gab es noch viel mehr zu sehen, fuhr die muntere Busgesellschaft doch auch durch Barenthin, das zur Gemeinde Gumtow gehört, sowie durch Breddin und Schönermark, Dörfer, die sich bereits auf Neustädter Amtsgebiet befinden.

Bei der Abfahrt in Kyritz. Quelle: Matthias Anke

„Wir steigen überall aus uns werden uns etwas anschauen“, hatte die „Reiseleiterin“ vorab versprochen – die Kyritzer Bürgermeisterin Nora Görke.

Sie hatte in den Vorjahren anlässlich der Seniorenwoche immer zu Stadtspaziergängen eingeladen. „Dieses Mal aber sollte auch den Ortsteilen Aufmerksamkeit zuteil werden“, erklärte Sigrid Schumacher. Sie als Vorsitzende des Kreisseniorenbeirats und die städtische Seniorenbeauftragte Bärbel Kleybrink hatten die Tour mitorganisiert.

Allerorten wurden die Gäste schon erwartet

Den Bus der Ostprignitz-Ruppiner Personennahverkehrsgesellschaft steuerte Klaus Kersten aus Bantikow von der Kyritzer Haltestelle Klosterviertel aus zuerst nach Rehfeld. Dort warteten Ortsvorsteher Dieter Lange und Rita Zeglin auf die Gäste.

Beim Besuch in der Rehfelder Dorfkirche. Quelle: Matthias Anke

Im Gemeindehaus sah sich die Reisegruppe um. Dort trüben derzeit wieder Feuchtigkeitsschäden die Stimmung, obwohl vor vier Jahren erst alles saniert wurde. In der Kirche indes, die vor drei Jahren noch aus Sicherheitsgründen gesperrt war und die seit Kurzem wie neu daherkommt, staunten die Besucher nicht schlecht.

Und so ging es weiter durch das Berlitter Schlossparkensemble, zur Kötzliner Kegelbahn bis hin zur Holzhausener Kita und schlussendlich zu besagter Kaffeetafel in der örtlichen Gastwirtschaft.

Alle anderen zu Kyritz gehörenden Dörfer sollen bei einer nächsten Rundreise erkundet werden, allerdings erst etwas später. Denn für das Programm der im Altkreis Kyritz im kommenden Jahr bevorstehenden Seniorenwoche und auch das danach stellt sich Sigrid Schumacher noch ganz andere Routen vor: durch die Neustädter und auch durch die Wusterhausener Dörfer. Zudem gab es in beiden Orten noch keine Stadtspaziergänge.

Von Matthias Anke


7. Tag der niederdeutschen Sprache 19.06.2018 (im Link mit Bilder) Plattdeutsch

Der Liedermacher Wolfgang Rieck und die Kinnerschool Sewekow belebten den Tag der niederdeutschen Sprache am Sonntag in Wittstock. Plattdeutsch ist eine melodische Sprache und geht mitten ins Herz. In Wittstock ist sie zu Hause.

Die Kinnerschool Sewekow bei der Generalprobe für „Dat Rübchen“ vor dem Rathaus in Wittstock.Quelle: Christamaria Bruch

Mit dem Märchen „Dat Rübchen“ ziehen die acht Mädchen und Jungen der Kinnerschool in Sewekow auf ihrer Jubiläumstour quer durch Wittstock und seine Ortsteile. Seit zehn Jahren belebt die Kinnerschool die plattdeutsche Landschaft der Region und überzeugte auch am Sonntagnachmittag im Wittstocker Rathaus.

Beim 7. Tag der niederdeutschen Sprache traten die jungen Plattsprecher unter Leitung von Heidi Schäfer vor das Publikum und zeigten, wie sie scheinbar mühelos Platt sprechen.

Das „Rübchen“ ist auch auf Platt ein Genuss

Während der Rostocker Liedermacher Wolfgang Rieck die Zuhörer zunächst mit seinen Liedern und Lyrik in den Bann zog, probte die Kinnerschool noch vor dem Rathaus für ihren Auftritt. „Dat Rübchen“ ist ein Klassiker – und egal ob das Stück hoch- oder niederdeutsch auf die Bühne gebracht wird, sorgt es immer wieder für Schmunzeln.

Seit Generationen ziehen und zerren die Familienmitglieder an der Rübe und verzweifeln daran. Bis die Maus kommt und sich als Zünglein an der Waage erweist – endlich kann die Ernte eingefahren werden. Imme tritt dabei als Erzählerin auf, Rieke ist die Rübe und alle anderen Mädchen und Jungen verausgaben sich bei der Hauruckaktion.

Der Liedermacher Wolfgang Rieck singt plattdeutsche Lieder voller Wärme. Quelle: Christamaria Bruch

Liedermacher Wolfgang Rieck ist den Wittstockern noch von seinem Gastspiel vor zwei Jahren in Erinnerung. Damals trat er ebenfalls beim Tag der niederdeutschen Sprache auf. Unter dem Titel „Un sei danzt“ besingt Rieck seine Zuneigung zum Meer, setzt Menschen aus seinem Umfeld ein musikalisches Denkmal und verneigt sich vor dem Bildhauer Ernst Barlach (1870 bis 1938).

Melodien voller Wärme

Sehnsuchtsvoll, mit warmer und tiefer Stimme bettet Wolfgang Rieck seine plattdeutschen Geschichten in Lieder. „Un sei danzt“ geht auf Barlachs Plastik „Tanzende Alte“ ein und die Zuhörer singen dann den Refrain des Liedes mit. Seine Melodien und Texte sind eingängig, schwungvoll und stecken voller Wärme.

Wolfgang Rieck begleitet sich auf Gitarre, Banjo oder Ziehharmonika und beweist, dass Plattdeutsch alles andere als alt und verstaubt ist. „Ich habe das Gefühl, wir werden immer mehr Plattsprecher. Es ist unsere Aufgabe, Plattdeutsch weiter zu tragen“, sagt er.

Damit spricht er Heidi Schäfer und Wittstocks Bürgermeister Jörg Gehrmann aus dem Herzen. Denn Schäfer und Gehrmann gehören zu den Akteuren, die sich unermüdlich für den Erhalt dieser Regionalsprache einsetzen. „Wir haben Bemerkenswertes erreicht“, sagte Gehrmann den Besuchern im Rathaus.

Damit meint er die im Februar unterzeichnete Vereinbarung zwischen dem Land Brandenburg und der niederdeutschen Sprachgruppe (die MAZ berichtete). Mit diesem Papier wird in Brandenburg erstmals eine verbindliche Regelung zur Förderung der geschützten Regionalsprache Niederdeutsch getroffen. „Das ist ein wahnsinniger Erfolg für uns“, so Heidi Schäfer.

Sie trommelt auf vielen Ebenen für Platt. In diesem Jahr soll etwa auch ein Symposium organisiert werden, bei dem die niederdeutsche Sprache und Schlaganfallpatienten im Mittelpunkt stehen.

Von Christamaria Ruch

 


Auftakt der Seniorenwoche 7.6.2018 (im Link mit Bilder) Auftakt der Seniorenwoche

Altenhilfeplan, mehr Nahverkehr, bessere Ärzteversorgung: Auch über diese Themen soll bei der Seniorenwoche in Ostprignitz-Ruppin diskutiert werden.

Flüchtlinge und Senioren kochten in der Seniorenwoche 2017 gemeinsam. Quelle: Peter Geisler

Sie unterstützen Flüchtlinge. Sie sind bereits seit mehr als 20 Jahren Gemeindevertreter. Sie engagieren sich im Naturschutz oder im Sportverein. Zum Auftakt der Seniorenwoche sollen am kommenden Montag in der Neuruppiner Pfarrkirche auch 18 ehrenamtlich engagierte Senioren ausgezeichnet werden. „Wenn es kein Ehrenamt gäbe, sähe es für Kreis und Kommunen düster aus“, sagt die Vorsitzende des Kreis-Seniorenbeirates Sigrid Schumacher.

Schumacher engagiert sich seit langem für ältere Menschen – seit 24 Jahren im Seniorenbeirat Kyritz, seit sechs Jahren im Kreisseniorenbeirat. In den vergangenen Jahren sei viel für die Senioren in Ostprignitz-Ruppin erreicht worden, sagt die 61-Jährige aus Zernitz-Lohm. Einer der aus Schumachers Sicht vielleicht wichtigsten Erfolge: der Beschluss der Kreistagsabgeordneten, einen Altenhilfeplan zu erarbeiten. „Dafür haben wir sehr gekämpft“, sagt Schumacher. „Wir sind glücklich, dass wir ihn bekommen werden.“

Der Altenhilfeplan soll alle Defizite in der Seniorenpolitik analysieren – fehlende altersgerechte Wohnungen, fehlende Pflegeplätze oder Lücken im öffentlichen Nahverkehr. Im Oktober hatten die Kreistagsabgeordneten das Papier mit ihrem Beschluss auf den Weg gebracht. Inzwischen hat der Landkreis eine Planerin für das Projekt eingestellt.

Leitlinien für die Seniorenpolitik gibt es bereits

Vor einigen Jahren waren im Landkreis bereits Leitlinien für die Seniorenpolitik beschlossen worden. Sie schreiben unter anderem fest, wie Senioren beteiligt werden und welche Grundsätze in der Seniorenpolitik gelten sollen. Auch das ist für Schumacher ein wichtiger Meilenstein.

Aus Sicht Schumachers ebenfalls ein Erfolg: Inzwischen gibt es fast im gesamten Landkreis lokale Seniorenbeauftragte oder Seniorenbeiräte. Lediglich im Amt Temnitz fehlt ein Ansprechpartner für die Senioren. Schumacher ist jedoch optimistisch, dass sich auch dort jemand finden lässt.

„Es ist wichtig, dass Senioren mitreden“, sagt Schumacher. Schon lange etwa macht sich der Kyritzer Seniorenbeirat für die Belange von älteren Menschen stark. Vor einigen Jahren kämpfte auch er für eine Stadtlinie, die stündlich die Wohngebiete an die Kernstadt anbindet. Schumacher erinnert sich noch, wie sie damals die ersten Fahrgäste mit Blumen begrüßen wollte – doch der Bus war fast leer. Inzwischen jedoch ist die Linie etabliert. „Niemand möchte die Stadtlinie mehr missen.“

Seine Stimme erhob der Kyritzer Seniorenbeirat auch, als die Kassenärztliche Vereinigung die Niederlassung eines Kardiologen ablehnen wollte. Der ärztliche Versorgungsschlüssel darf sich nicht nur nach der Einwohnerzahl richten, sondern muss auch die weiten Strecken im ländlichen Raum und das Alter der Bevölkerung berücksichtigen, findet Schumacher. Fachärzte dürfe es nicht nur in Neuruppin geben.

Seniorenbeiräte kümmern sich um viele Belange älterer Menschen

Was muss der ländliche Raum bieten, damit Senioren dort gut leben können? Diese Frage beschäftigt Sigrid Schumacher seit langem. „Noch bin ich jung genug, um die Dinge mitzugestalten“, sagt sie. „Ich wünsche mir auch in den Dörfern Rahmenbedingungen, dass Leute dort bleiben können.“

Um die ganz unterschiedlichen Interessen von Senioren abbilden zu können, hat sich der Seniorenbeirat mit seinen 17 Mitgliedern breit aufgestellt. Der Kreissportbund, die Feuerwehr, die Volkssolidarität oder die Awo schickten Vertreter. Ziel der Seniorenwoche ist es, die Forderungen älterer Menschen öffentlich zu machen und die Arbeit der einzelnen Seniorenbeiräte vorzustellen. „Die Leute wissen oft gar nicht, was die Seniorenvertreter alles machen.“

 

Von Frauke Herweg

 


 

Beschlüsse der Mitgliederversammlung des SRLB am 15.03.2018

Sehr geehrte Medienvertreter, am 15.03.2018 fand die Mitgliederversammlung des Seniorenrates des Landes Brandenburg statt. Durch die Mitgliederversammlung wurden einstimmig

  1.  der Forderungskatalog zur Verbesserung der gesundheitlichen Versorgung im Land Brandenburg und
  2.  die Forderung nach einer Gesetzesinitiative für ein Seniorenmitwirkungsgesetz im Land Brandenburg

beschlossen.

ausführlich


2017

24. Brandenburgische Seniorenwoche vom 11.-18.06.2017

01.06.2017 – Sehr geehrte Medienvertreter, die 24. Brandenburgische Seniorenwoche (BSW) findet vom 11. Juni bis 18. Juni 2017 unter dem Motto statt:
„Für ein lebenswertes Brandenburg – solidarisch – mitbestimmend – aktiv“. Schirmherr der Brandenburgischen Seniorenwoche ist Ministerpräsident Dr. Dietmar Woidke.
Die Eröffnungsveranstaltung der 24. Brandenburgischen Seniorenwoche und der 22. Tag der ehrenamtlichen Seniorenarbeit finden am 10. Juni 2017, 11:00 – 13:00 Uhr in der Albert-Baur-Halle Weitzgrunder Weg 1, Bad Belzig, statt. ausführlich


Neue Leitlinien der Seniorenpolitik: Ergebnisse von Senioren-Umfrage vorgestellt

Pressemitteilung des MASGF vom 16.02.2016 – Auf dem Weg zu den neuen Seniorenpolitischen Leitlinien der Landesregierung ist eine weitere wichtige Etappe erreicht: Im Rahmen einer Dialogwerkstatt werden heute im Sozialministerium die Ergebnisse einer Befragung von Seniorinnen und Senioren vorgestellt und diskutiert, die in die künftige Seniorenpolitik einfließen sollen. Die Umfrage hat im Auftrag des Sozialministeriums der Förderverein Akademie 2. Lebenshälfte im Land Brandenburg e.V. mit wissenschaftlicher Unterstützung der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde und der Fachhochschule Potsdam im Herbst 2016 durchgeführt. Über 250 Seniorinnen und Senioren wurden dabei befragt sowie 16 weitere Expertinnen und Experten interviewt. ausführlich


2016

Rentangleichung voranbringen

5.2.2016 – Der Bundesrat hat in seiner 941. Sitzung am 29. Januar 2016 im Rahmen des Rentenberichtes 2015 der Bundesregierung und des Gutachtens Sozialbeirates zum Rentenbericht auch über einen Antrag der Länder Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg, die Bundesregierung aufzufordern in einer Bund-Länder-Arbeitsgruppe gemeinsam nach Lösungen zu suchen, um die Rentenangleichung endlich voranzubringen, beraten. Nachdem der Ministerpräsident Erwin Sellering (Mecklenburg-Vorpommern) und Ministerpräsident Prof. Dr. Benjamin-Immanuel Hoff (Thüringen) ihre Stellungnahmen und Plädoyers abgegeben hatten, wurden die beiden Anträge mehrheitlich angenommen. In dem Beschluß des Bundesrates wurde beschlossen, zu den Anträgen der Länder Stellung zu nehmen. ausführlich


Gemeinsamer Antrag

29.01.2016 – Der Bundesrat wird am 29. Januar 2016 über einen Antrag der Länder Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg abstimmen, das die Bundesregierung in einer Bund-Länder-Arbeitsgruppe gemeinsam nach Lösungen suchen soll, um die Rentenangleichung endlich voranzubringen. Der Seniorenrat des Landes Brandenburg e. V. unterstützt die Forderung der Brandenburger Sozialministerin Diana Golze, die Weichen für die vollständige Rentenangleichung Ost-West endlich verbindlich zu stellen. ausführlich


2015

Rentner sollen große Wohnungen räumen

10.03.2015 – Der Seniorenrat des Landes Brandenburg e.V. hält wenig von der Idee, Senioren mit Geld zum Wohnungswechsel zu bewegen Der Gewerkschaftsboss der IG Bau Robert Feiger fordert eine Umzugsprämie für Rentner, damit junge Familien in deren Wohnungen einziehen können. Robert Feiger schlägt vor, Senioren eine staatliche Prämie bis zu 5.000 Euro für einen Wechsel in eine kleinere Wohnung zu zahlen. Seine Begründung: “Viele Senioren sitzen im Alter in ihren großen Wohnungen fest, viele Familien müssen dagegen in viel zu kleinen Wohnungen wohnen. Diesen Missstand müssen wir beheben”, hatte Feiger der “Bild”-Zeitung gesagt. >> ausführlich


Verhinderung des Arztmobils im Havelland

10.03.2015 – Der Brandenburger Seniorenrat hat mit Unverständnis die Verhinderung des Arztmobils im Havelland zur Kenntnis genommen. Wir sind der Auffassung, daß bedingt durch den demographischen Wandel, die fehlende ärztliche Versorgung in den ländlichen Regionen und dem drohenden Wegbrechen von ambulanten Arztpraxen durch Berentung der noch praktizierenden Ärzte hier einem zukunftsweisenden Modell die Möglichkeit geboten werden sollte, sich zu erproben. >> ausführlich


Das Kooperationsprojekt „AGnES II“ muss in die ärztliche Regelversorgung aufgenommen werden

12.01.2015 –  Angesichts des akuten und sich verstärkenden Mangels an Hausärzten im Land Brandenburg, des schwierigen Zugangs zur ärztlichen Versorgung insbesondere in der Fläche des Landes und der hohen Wartezeiten auf einen Arzttermin begrüßt der Seniorenrat des Landes Brandenburg die mit „AGnES II“ verbundenen „Arztentlastenden Dienste“ insbesondere den Einsatz von Praxisassistenten. Der Seniorenrat des Landes Brandenburg fordert, nachdem es als „Modellprojekt“ am 31.12. 2014 ausgelaufen ist, „AGnES II“ vom Jahre 2015 an als Regelleistung in die ambulante ärztliche Betreuung zu übernehmen. >> ausführlich


2014

Sozialministerin Golze überreicht „Veltener Teller“ an zehn engagierte Seniorinnen und Senioren >> ausführlich Menschenwürde versus Kostenstrukturen >> ausführlich