Seniorenrat im Gespräch mit Ministerpräsident Dr. Dietmar Woidke
Offener und konstruktiver Austausch zu Pflege, Gesundheitsversorgung, Ehrenamt und deutsch-polnischer Zusammenarbeit
Potsdam, 21. September 2026 – Der Vorstand des Seniorenrates des Landes Brandenburg e.V. traf sich mit Ministerpräsident Dr. Dietmar Woidke zu einem Arbeitsgespräch in der Staatskanzlei. In einem sehr offenen und konstruktiven Austausch wurden zentrale Themen angesprochen, die für ältere Menschen und die Seniorenarbeit im Land Brandenburg von besonderer Bedeutung sind.
Wesentlicher Schwerpunkt des Gesprächs war der Pakt für Pflege. Ministerpräsident Woidke machte deutlich, dass dieser über 2027 hinaus fortgesetzt wird. Der Pakt für Pflege habe sich als Erfolgsmodell bewährt und sei insbesondere für die Unterstützung pflegebedürftiger Menschen und ihrer Angehörigen sowie für die Stärkung der Strukturen vor Ort von großer Bedeutung. Eine klare Aussage - Danke.
Seitens des Seniorenrates wurde Befürchtungen und Ängste der Älteren im Zusammenhang mit Reformvorhaben der Bundesregierung thematisiert. Verwiesen wurde auf die Stellungnahme des Seniorenrates zum Entwurf des Pflegeneuordnungsgesetzes. Kürzungen nach dem Rasenmäherprinzip und kaum präventive Ansätze werden nicht nur von uns abgelehnt. Eine Vielzahl von Stellungnahmen aus Seniorenvertretungen sprechen eine klare Sprache. Auch bei einem Austausch mit Minister Wilke wurde das deutlich gemacht.
Auch die Zukunft der Krankenhausversorgung in Brandenburg wurde thematisiert. Ministerpräsident Woidke unterstrich, dass sich Brandenburg keine Schließungen von Kliniken leisten könne. Gerade bei Herzinfarkten und Schlaganfällen seien kurze Wege entscheidend – jeder zusätzliche Kilometer könne im Ernstfall über das Leben eines Menschen entscheiden.
Mit Blick auf die 33. Brandenburgische Seniorenwoche 2027 berichtete der Seniorenrat über die laufenden Planungen. Die Festveranstaltung zur Eröffnung findet am 12. Juni 2027 statt. Ausrichter ist die Stadt Potsdam. Ein besonderer Schwerpunkt wird neben der Festveranstaltung auf dem „Markt der Möglichkeiten“ im Aussenbereich vom Treffpunkt Freizeit liegen. Die Präsentation von Angeboten sozialer Akteure und des Ehrenamts bei breiter Einbeziehung der Bürgerinnen und Bürger liegt uns besonders am Herzen. Als Schirmherr der Brandenburgischen Seniorenwoche begrüßt Ministerpräsident Woidke diese Ausrichtung und freut sich auf einen vielfältigen Austausch mit sozialen Akteuren und den Bürgerinnen und Bürgern.
Im Fokus des Gesprächs standen Möglichkeiten der weiteren Aufwertung der Ehrenamtskarte Berlin-Brandenburg. Vereinbart wurde die Prüfung einer Kopplung der Ehrenamtskarte mit dem ÖPNV, um Inhaberinnen und Inhaber Vergünstigungen bei der Ausführung des ehrenamtlichen Engagements einzuräumen. Ausgehend von guten Erfahrungen im Land Mecklenburg-Vorpommern kommt auch die Einführung eines für Ältere rabattierten Deutschlandtickets auf den Prüfstein.
Der Vorsitzende des Seniorenrates, Lutz-Peter Anton, nutzte das Gespräch, um die beispielhafte Zusammenarbeit mit dem Polizeipräsidium des Landes Brandenburg, insbesondere in der Betrugs- und Verkehrsunfallprävention, auf Basis eines Kooperationsvertrages hervorzuheben. Gemeinsame Podcasts und Informationsmaterialien seien entwickelt worden und auch das Polizeiorchester des Landes Brandenburg steht mit einem kostenlosen Präventionsangebot bereit.
Hervorgehoben wurde darüber hinaus das gute Zusammenwirken mit der Verbraucherzentrale Brandenburg. So wird diese demnächst bei einer Veranstaltung des Seniorenrates zum Thema: "von Fake-Shops bis Fake-Inkasso" informieren. Auch das gemeinsame Agieren bei Fragen um die Bargeldversorgung im ländlichen Raum und notwendige Strukturen der Sparkassen sind noch gut in Erinnerung.
Ein weiterer Schwerpunkt des Austausches war die deutsch-polnische Zusammenarbeit, die sowohl Ministerpräsident Woidke als auch dem Seniorenrat besonders am Herzen liegt. Der Seniorenrat berichtete über bestehende grenzüberschreitende Kontakte und Kooperationen sowie über das Wirkungsspektrum vorhandener Förderungen im grenznahen Raum. Zur Intensivierung des Zusammenkommens und der Teilhabe älterer Menschen beiderseits der Grenze wird die Einrichtung eines niedrigschwelligen, bürokratiearmem Fonds für Kleinprojekte geprüft.
Beim Thema Katastrophenschutz wies der Seniorenrat auf momentan bestehende Ängste behinderter oder stark pflegebedürftiger Menschen hin, im Ernstfall allein gelassen zu sein, wenn Pflegedienste plötzlich ausfallen und auch Angehörige nicht zur Verfügung stehen. Kommunen und Katastrophenschutzteams benötigen eine Übersicht vulnerabler Personen. Wie das umzusetzen ist, wird nunmehr geprüft.
Der Seniorenrat zieht ein sehr positives Fazit des Gesprächs. Der offene und direkte Austausch mit Ministerpräsident Dr. Dietmar Woidke bot die Möglichkeit, konkrete Anliegen der älteren Generation anzusprechen und zugleich über bereits erfolgreiche Projekte und Kooperationen zu berichten.
Für den Seniorenrat ist dieser regelmäßige Dialog mit der Landesregierung ein wichtiger Bestandteil seiner Arbeit, um die Interessen der älteren Menschen in Brandenburg wirkungsvoll einzubringen.

