Gemeinsames Agieren für ein gutes Älterwerden im Land Brandenburg - Seniorenrat tauscht sich mit Minister Rene Wilke aus
Am 22. Juli fand auf Wunsch des Seniorenrates des Landes Brandenburg e.V. (SRLB) ein Arbeitsgespräch mit unserem Minister für Arbeit, Soziales, Gesundheit und gesellschaftlichen Zusammenhalt, René Wilke, in Potsdam statt. Seitens des SRLB-Vorstands nahmen Herr Anton, Herr Puschmann und Frau Klitzsch am Gespräch teil. Ergänzt durch Frau Weber in Vertretung des Landesseniorenbeauftragten, Herr Asmus.
Ein gegenseitig sehr wertschätzendes Treffen, das eines deutlich machte. Die zunehmenden sozialen Probleme unserer Gesellschaft lassen sich nur gemeinsam und im konstruktiven Dialog lösen.
Seitens des Seniorenrates wurde deutlich gemacht, dass die Funktion eines Landesseniorenbeauftragten im Land Brandenburg für uns Ältere eine entscheidende Bedeutung hat.
Die regelmäßige Aktualisierung der Seniorenpolitischen Leitlinien unseres Landes und der damit verbundene Austausch zu Maßnahmen und Arbeitsrichtungen in der Seniorenpolitik sind nur ein Beispiel dafür.
Im Mittelpunkt des Gespräches standen folgende Themenbereiche:
1. Gesundheitsversorgung und Pflege im Land Brandenburg
Der Seniorenrat berichtete zur Stimmungslage der Älteren im Land Brandenburg, zu wachsenden Ängsten und Befürchtungen. Diskutiert wurden die einschneidenden Veränderungen, die der Entwurf des Pflegeneuordnungsgesetzes für Pflegebedürftige, Angehörige und in der Pflege Beschäftigte bereithält.
Mit seiner vorliegenden Stellungnahme zum Entwurf des Pflegeneuordnungsgesetzes hat der Seniorenbeirat bereits deutlich gemacht, dass rote Linien überschritten wurden. Es drohen Streichungen, Kürzungen und Mehrbelastungen im nie dagewesenen Ausmaß. Ein Wegfall des Entlastungsbetrages beim Pflegegrad 1, die Reduzierung der Rentenversicherung pflegender Angehöriger, verschärfte Kriterien für Pflegegrade oder weiter steigende Eigenanteile in Pflegeheimen - um nur einige Dinge zu nennen. Erforderliche präventive Ansätze bleiben dagegen verschwommen.
Der Pakt für Pflege mit seinem Kernelement Pflege vor Ort und die gerade neu ausgerichtete ehrenamtliche Nachbarschaftshilfe - Dinge auf die wir im Land Brandenburg stolz sind - werden an verschiedenen Stellen ausgehebelt.
Der Seniorenrat des Landes Brandenburg fordert Politik und Landesregierung auf,
dem vorliegenden Entwurf zur Neuordnung der Pflege die Zustimmung zu verweigern und eine grundlegende Überarbeitung vom Bund zu verlangen. Alternative Finanzierungskonzepte sind möglich, da stimmt der Seniorenrat dem Paritätischen Gesamtverband und weiteren Akteuren zu.
2. Fortführung der Tradition der Brandenburgischen Seniorenwoche
Seitens des Seniorenrates wird zur Entwicklung und Bedeutung der Brandenburgischen Seniorenwoche berichtet, einem gemeinsamen Austauschformat von Politik, Rathäusern und Älteren, dass im gesellschaftlichen Leben fest verankert ist und auch bezüglich der Wertschätzung ehrenamtlicher Arbeit vieler Seniorinnen und Senioren höchste Anerkennung genießt.
Minister Wilke bestätigte, dass die Durchführung der Brandenburgischen Seniorenwoche einschließlich der Finanzierung auch in den kommenden Jahren hohe Priorität genießt.
Der Seniorenrat informierte zum Motto und zur Terminplanung 2027, zur Eröffnung der 33. Brandenburgischen Seniorenwoche am 12.06.2027 im Treffpunkt Freizeit in Potsdam.
Besonders wichtig ist uns die Einbeziehung der breiten Öffentlichkeit, von Jung und Alt über den „Markt der Möglichkeiten“ im schön gestalteten und beliebten Außenbereich der Einrichtung.
Diese Leistungsschau sozialer Akteure hat sich gerade in den letzten Jahren als fester Bestandteil der Eröffnungsveranstaltungen etabliert.
Der Seniorenrat freut sich, dass Minister Wilke den Wunsch äußert, verstärkt an Veranstaltungen der Landkreise und kreisfreien Städte in der kommenden Seniorenwoche und darüber hinaus teilzunehmen und als Plattform für den Austausch mit den Älteren im Land zu nutzen.
Beide Seiten betonten, dass sie sich auch weiterhin aktiv und abgestimmt agierend für die Verbesserung der gesellschaftlichen Teilhabe sowie für ein selbstbestimmtes, eigenständiges und vielfältiges Leben von Seniorinnen und Senioren im Land Brandenburg einsetzen wollen.
Lutz-Peter Anton: „Ein starkes soziales Miteinander ist die Grundlage für ein würdevolles Altern und eine lebenswerte Gesellschaft. Wir setzen uns mit Nachdruck dafür ein, dass Brandenburg ein Ort bleibt, an dem ältere Menschen Anerkennung, Unterstützung und ein erfülltes Leben finden. Dabei stehen wir als engagierter Partner bereit, um gemeinsam tragfähige Wege in die Zukunft zu gestalten“.
Der Seniorenbeirat bedankt sich bei Minister René Wilke für das vertrauensvolle Gespräch und freut sich aufkommende gemeinsam zu bestreitende Höhepunkte, wie dem Tag des älteren Bürgers am 1. Oktober oder der Verleihung des „Veltener Ehrentellers“ zum Tag des Ehrenamtes.
Fotos Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und gesellschaftlichen Zusammenhalt (MASGZ)
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