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Ergebnisse Regionalkonferenzen 2018

26. März 2019

206 Vertreter/innen von Seniorenbeiräten trafen sich zu fünf Regionalkonferenzen und diskutierten eine zukunftsfähige Vernetzung zwischen regionaler und Landesebene. In Eberswalde, Frankfurt/Oder, Neuruppin, Potsdam und Cottbus gab es jeweils drei Themenforen, in denen die Teilnehmer rege diskutierten. Als Grundlage diente immer die Umfrage „ Vernetzen –Erkennen –Handeln“, die der Seniorenrat des Landes Brandenburg 2017 in Auftrag gegeben hatte.

Daraus ergaben sich diese drei Themenforen:

  1. Die Seniorenbeiräte als Mitgestalter von Kommunalpolitik
  2. Kommunikation vielfältig entwickeln und nutzen –Erfahrungen austauschen und neue Wege beschreiten
  3. Wie können Seniorenbeiräte im Flächenland Brandenburg effektiv Informationen erhalten und austauschen?

Die Ergebnisse aus den Foren haben wir hier zum Nachlesen für Sie zusammengestellt:

Regionalkonferenz Eberswalde (eigenes Foto)

Themenforum 1: Die Seniorenbeiräte als Mitgestalter von Kommunalpolitik

Dort haben die Teilnehmer diese Fragen diskutiert:
1. Wo engagieren Sie sich als Seniorenbeirat in der Kommunalpolitik?
2. Was würden Sie sich noch vornehmen, um Ihre Ziele zu erreichen?
3. Was brauchen Sie und was hindert Sie daran, sich in der Politik mehr zu engagieren?
Dieses Themenforum war in allen fünf Regionalkonferenzen am stärksten besucht.

Das sind die Ergebnisse der Diskussionen:
Wichtige Grundlage für die Mitgestaltung ist eine Anerkennung der Seniorenbeiräte in den Hauptsatzungen der Kommunen. Für viele im Land trifft das schon zu, wenn auch mit unterschiedlichen Rechten. Einige Beiräte berichteten, dass ihre Vertreter/innen in allen kommunalen Ausschüssen mitarbeiten.
Eine große Mehrheit der Teilnehmer/innen forderte, dass die Arbeit der Seniorenbeiräte auf Landesebene in der Kommunalverfassung auf eine verbindlichere Grundlage gestellt werden soll. Damit ist vor allem eine Neufassung des §19 der Brandenburgischen Kommunalverfassung gemeint.
Der Seniorenrat des Landes Brandenburg hat aus Sicht der Diskussionsteilnehmer die Aufgabe, mehr Akzeptanz für die Arbeit der Seniorenbeiräte auf Landesebene zu erreichen und sich für eine Anpassung der gesetzlichen Grundlagen einzusetzen.
Die Seniorenbeiräte, die bisher nicht in den Hauptsatzungen verankert sind, sehen die Anerkennung als eine zentrale Aufgabe ihrer zukünftigen Arbeit. Ziele ließen sich besser erreichen, wenn Seniorenbeiräte in der Gemeinde aktiv mitgestalten. Dazu braucht es eine größere Präsenz in den Ausschüssen und die Gleichbehandlung aller Organisationsformen von Interessenvertretungen (auch derer, die keine Beiräte sind).
Die Aufnahme in die Hauptsatzung auf Kreisebene sehen viele Vertreterinnen und Vertreter ebenfalls als eine Möglichkeit, besser sichtbar zu sein. Dazu passt die Erkenntnis, dass sich die Mitarbeit in den Kreisseniorenbeiräten durchaus lohnt – vor allem dann, wenn Interessenvertretungen aus allen Orten des Kreises präsent sind. Manche Teilnehmer berichteten auch über die Zusammenarbeit mit Wohlfahrtsverbänden und Gleichstellungs- sowie Behindertenbeauftragten.

Themenforum 2: Kommunikation vielfältig entwickeln und nutzen –Erfahrungen austauschen und neue Wege beschreiten
Hier standen diese Fragen im Zentrum der Diskussion:

  1. Wie kann eine aktive Öffentlichkeitsarbeit als Chance für Interessenvertretung genutzt werden?
  2. Wie können sich Seniorenbeiräte auf die digitale Kommunikation in Verwaltung und Institutionen einstellen und sie für sich selbst nutzen?
  3. Wie können die Kontakte zum Seniorenrat des Landes Brandenburg genutzt und weiterentwickelt werden?

Das haben die Diskussionen ergeben:
Viele Seniorenbeiräte arbeiten bereits mit Presseartikeln, Presseterminen und monatlichen Beiträgen in Amtsblättern oder Sprechstunden. Eine bessere Zusammenarbeit mit den regionalen Medien ist wünschenswert. Helfen könnte auch eine Präsenz auf der Internetseite der Kommune – über die Bekanntgabe von Terminen hinaus.
Viele Seniorenbeiräte bewegt die Frage, wie sie die Öffentlichkeit richtig erreichen können. Die Antworten gingen vor allem in Richtung Sichtbarkeit und Präsenz, das heißt mehr öffentliche Standpunkte zu wichtigen Themen wie Wohnen und Mobilität entwickeln, quantitativ mehr machen und für aktuelle Informationen sorgen.
Die Teilnehmer/innen des Forums wünschten sich vor allem, per E-Mail aktuelle und relevante Informationen aus den Fachministerien und dem Landtag zu bekommen. Darüber hinaus können sie sich Schulungen zur Mediennutzung für ihre Mitglieder vorstellen. Einige sprachen eine bessere Hardwareausstattung an.
Zentrale Veranstaltungen sollen jedoch auch weiterhin die Hauptkommunikationsform bleiben. Dazu sollen sich die Seniorenbeiräte aber auch online austauschen, um zusätzliche Reisen zu vermeiden. Sitzungen von Seniorenbeiräten sollten ebenfalls dem inhaltlichen Austausch dienen.
Nachwuchssorgen plagen die meisten Seniorenbeiräte. Viele sehen darin aber auch ein generelles Problem von ehrenamtlichem Engagement.

Themenforum 3: Wie können Seniorenbeiräte im Flächenland Brandenburg effektiv Informationen erhalten und austauschen?
Diese Fragen standen im Mittelpunkt des Themenforums:

  1. Welche Informationen sind für den Seniorenbeirat wichtig, welche Prioritäten gibt es?
  2. Woher erhalten wir diese Informationen?
  3. Wie erfolgt der Informationsaustausch zur Landesebene?

Und das sind die Ergebnisse:
Seniorenbeiräte brauchen aktuelle Informationen zu Grundthemen des gesellschaftlichen Lebens. Sie wünschen sich zusammengefasste Informationen zu gesetzlichen Regelungen sowie zu Änderungen in Bundes-und Landesgesetzen, die für Seniorinnen und Senioren relevant sind.
Die Informationen wünschen Sie sich von der Landesebene, aber auch von der Kreisebene. Wichtige Themen sind die Wohnungspolitik in Stadt und Land, öffentliche Verkehrsmittel, Altersarmut, Pflegeberatung, Rente, Hilfsangebote und Beratung in den Kommunen. Diese Bedürfnisse sind oft in persönlichen Gesprächen erkennbar.
Bisher erhalten die Seniorenbeiräte ihre Informationen vor allem aus Radio und Fernsehen, aus den Tageszeitungen, aus lokalen Amtsblättern sowie aus dem Internet oder aus persönlichen Beratungsgesprächen.
Die Teilnehmer/innen wünschten sich einen modernen und aktuellen Internetauftritt des Seniorenrates des Landes Brandenburg, der Informationen auf Landesebene liefert und zeigt, wie die Interessenvertretung auf Landesebene gegenüber den Ministerien funktioniert. Der Seniorenrat des Landes Brandenburg sollte besser ausgestattet sein, um diese Funktion wahrnehmen zu können.
Viele forderten eine höhere Anerkennung des Ehrenamtes durch das Land und die Kommunen, zum Beispiel durch einen kostenfreien ÖPNV oder einen kostenfreien Zugang zu Veranstaltungen und Kultur.

Fazit
Die Teilnehmer/innen zeigten sich überwiegend zufrieden mit den Regionalkonferenzen. Insbesondere die Arbeit in den Foren und der Gedankenaustausch mit anderen Seniorenbeiräten haben einen konkreten Mehrwert gebracht. Viele wünschten sich mehr Zeit für die Foren und einen kleineren Teilnehmerkreis, um noch gezielter Stellung nehmen zu können.